Klarstellung zum Artikel

„Die Literaten und der Antisemitismus“ von Lukas Häuptli, erschienen in der „NZZ am Sonntag“ vom Sonntag, 27. Juni 2010

Am 27. Juni 2010 erschien in der „NZZ am Sonntag“ ein Artikel von einem gewissen Lukas Häuptli, der den Eindruck erweckt, dass Professor Bazon Brock aufgrund einer Rede, die er im Januar 2009 in Vaduz hielt, ein Antisemit sei. Es ist ein Skandal, Herrn Brock, der ein Leben lang gegen Totalitarismen und gegen ethnische, rassistische und religiöse Kulturalismen angeschrieben hat, aus reiner Effekthascherei eine antisemitische Haltung zu unterstellen. Es überrascht, dass eine „NZZ am Sonntag“ einen solchen Gossenjournalismus nötig hat und toleriert.

Häuptlis Text ist eine unredliche Montage aus Unwahrheiten, Unterstellungen und der Darstellung von Dingen, die nichts miteinander zu tun haben. Ungeprüft übernahm Häuptli, der sich nicht einmal um die korrekte Schreibung unseres Clubs schert, die Unwahrheiten, die ihm von dubioser Seite zugetragen worden sind. Unter anderem soll laut Häuptli ein namentlich genanntes, ehemaliges Mitglied aus Protest aus dem PEN-Club Liechtenstein ausgetreten sein. Wahr ist: Diese Dame ist nicht ausgetreten, sondern sie wurde anlässlich der Mitgliederversammlung vom 24. Oktober 2009 einstimmig aus dem Club ausgeschlossen!

Sämtliche Tatsachen missachtend berichtet Häuptli von einem clubinternen „Aufruhr“, den es so, wie er ihn darstellt, nie gegeben hat. Perfide wird die Auseinandersetzung, die bereits vor mehr als einem Jahr ihr Ende gefunden hat, im Präsens dargestellt, so als ob all das, was beschrieben wird, eben erst stattfinden würde. Den Vogel schoss Häuptli mit seiner Aussage ab, dass Ralph Giordano, der als vermeintlicher Kronzeugen zitiert wird, „inzwischen ebenfalls Klub-Mitglied war“. Hier wird das Präteritum mit dem Adverb „inzwischen“ kombiniert, eine grammatikalische Meisterleistung, die versucht, eine Realität vorzugaukeln, die sich wiederum als Unwahrheit entpuppt. Giordano hat seit mehr als zehn Jahre nichts mit dem Club zu tun.

Zum Abschluss seines Artikels versteigt sich Häuptli in die Aussage, „dass die Rede (von Prof. Brock) bis heute nie thematisiert worden ist – nicht im Klub und schon gar nicht in der Öffentlichkeit“. Das ist miserabel recherchiert! Zu Brocks Rede erschienen drei Berichte in der Liechtensteiner Presse. Und ausführlich befasste sich der PEN-Club Liechtenstein in seiner Frühjahrssitzung 2009 mit der Rede und beschloss nach Prüfung aller Unterlagen einstimmig, dass der Fall erledigt ist. Damit entpuppt sich auch Häuptlis Behauptung, dass der Präsident des Clubs als einziger „einen Schlussstrich unter diese Geschichte ziehen will“, als weitere Lüge! Der Schlussstrich wurde bereits vor über einem Jahr gezogen und zwar auf Wunsch der Mitgliederversammlung!

Die gleiche Haltung vertritt die Londoner Zentrale des PEN International, die sich im Frühjahr dieses Jahres beim Sekretär des PEN-Clubs Liechtenstein meldete, um Klarheit über Anschuldigungen zu erhalten, die von besagter Dame vorgetragen wurden. Aufgrund der real existierenden Sachlage kam PEN International zum Schluss, dass diese Anschuldigen haltlos sind.

Für den Vorstand des PEN-Clubs Liechtenstein ist die entscheidende Instanz für sein Wirken weder ein Lukas Häuptli von der „NZZ am Sonntag“, noch ein verdrossenes ehemaliges Vereinsmitglied, sondern einzig und allein das Generalsekretariat des PEN International. Das Thema IST abgeschlossen – abgesehen davon, dass der PEN-Club Liechtenstein seine Tätigkeit im literarischen und nicht im therapeutischen Bereich sieht.

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„Die Literaten und der Antisemitismus", erschienen in der „NZZ am Sonntag".

Klarstellung

von Bazon Brock

 

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